Robert Prince
Arbeit der Établissement régional d’enseignement adapté Henri Ebel Illkirch-Graffenstaden
Klasse: 1B mécanique
Lehrer: Stéphane Pir
Kurzbiografie
Robert Prince wurde am 25. Juni 1925 in Saulxures im Bruche-Tal im Elsass geboren. Im Gegensatz zu seinem Vater, der im deutschen Elsass aufwuchs und im Ersten Weltkrieg an der Seite der Deutschen kämpfte, sprach er nur Französisch und besuchte die französische Schule. Nach der De-facto-Annexion des Elsass durch Nazi-Deutschland im Juni 1940 wurde die Bevölkerung von der reichsdeutschen Zivilverwaltung überwacht. Robert wurde getadelt, weil er beim Verlassen der Schule ein Barett trug. Mit 15 Jahren verließ er die Schule und arbeitete anschließend in einer Spinnerei in Saint-Blaise. Er wurde dann zum Reichsarbeitsdienst nach Kassel geschickt. Dort musste er Schützengräben ausheben und mit einem Spaten den Umgang mit dem Gewehr üben.
Am 15. März 1943 wurde er im Alter von 18 Jahren in die Wehrmacht zwangsrekrutiert und an der historischen Grenze zwischen Deutschland und Polen eingesetzt. Seine Einheit war damit beauftragt, den Vormarsch der Russen zu verzögern. Tag und Nacht musste Robert Brücken sprengen, Minen legen und für den Rückzug der deutschen Armee Minen räumen. Er war zum Schweigen gezwungen, da er kein Deutsch sprach. Seine Familie bekam keine Nachricht von ihm, da die auf Französisch verfasste Post weggeworfen wurde. 1944 wurde er schwer am Knie verletzt und musste drei Monate auf seine Operation warten. Glücklicherweise lernte er während seiner Genesung einen Arzt kennen, der 17 Jahre lang in Frankreich gearbeitet hat. Er kam jeden Tag und sprach heimlich auf Französisch mit ihm. Es gelang ihm, für ihn einen Urlaub zu bekommen und Papiere zu besorgen, um nach Straßburg zu reisen. Als Robert im Elsass ankam, zerrieß er seinen Urlaubsschein aus Angst vor einer Kontrolle und ging in den Untergrund. Er erreichte das Dorf Saint-Blaise, wo seine Großmutter lebte. Sie war nicht begeistert, ihn wiederzusehen: „Was machst du hier, Robert? Wir werden Ärger bekommen.“ Als er bei seinen Eltern in Saulxures ankam, versteckte sein Vater ihn in der Scheune, um der Kontrolle der deutschen Soldaten zu entgehen. Im November 1944 befreiten die Amerikaner das Dorf. Robert konnte nach fünf Wochen aus seinem Versteck herauskommen. Er lebt heute in einem Pflegeheim.
BEITRÄgE
Storyboard-Workshop am 20.11.2024: zu dem Beitrag